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Ausgeraubt vor der Deportation. NS-Verfolgte im Fokus der Hamburger Finanzverwaltung

Ausstellung

EG, Foyer

Vom 12. Februar bis 14. März 2026 macht die Wanderausstellung "Ausgeraubt vor der Deportation. NS-Verfolgte im Fokus der Hamburger Finanzverwaltung" im Bergedorfer KörberHaus Station.

Noch bevor Züge der Deutschen Reichsbahn Deportierte aus Hamburg in Ghettos und Vernichtungslager transportierten, plünderte der NS-Staat die Verfolgten schrittweise aus. Dies galt für Jüdinnen und Juden, aber auch für Sinti*ze und Rom*nja.

Hamburger Finanz- und Zollbeamte setzten die staatlichen Vorgaben für diese Beraubung unerbittlich um. Gezielt vernichteten sie die wirtschaftliche Existenz der Verfolgten und nahmen ihnen ihren Besitz. In öffentlichen Versteigerungen wurde ihr Hab und Gut „verwertet“. Den Gewinn strich die Staatskasse ein. Speditionen, Gerichtsvollzieher und Auktionshäuser sowie viele Unternehmen und Privatpersonen profitierten ebenfalls von diesem beispiellosen Raub.

Die Wanderausstellung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen präsentiert die Ergebnisse eines zweijährigen Forschungsprojekts über die Rolle der Hamburger Finanzverwaltung im Nationalsozialismus, das die Hamburger Finanzbehörde in Auftrag gab.

Die Tafeln zur Ausstellung sind in der Lernwerkstatt der KZ-Gedänkstätte Neuengamme online.

Betty Levy und ihre Tochter Else in Tulbaugh, Südafrika, 1940
Betty Levy und ihre Tochter Else waren 1939 aus Melsungen in Hessen nach Hamburg gekommen, um ihre Ausreise zu organisieren. Den beiden Frauen gelang Ende Februar 1940 die Flucht über Amsterdam nach Südafrika. Ihr Umzugsgut blieb jedoch in Hamburg zurück.
Foto: unbekannt, Privatbesitz Familie Freedberg, USA

Freier Zutritt: Montag bis Samstag, 7:00 bis 22:00, Foyer und Galerien 1. und 2. Stock,

Ein Besuch der Ausstellung empfiehlt sich für Klassen und Lerngruppen ab der 9. Klasse, in der Oberstufe und in den beruflichen Schulen. Nach Vereinbarung werden kostenlose Führungen für Schülerinnen und Schüler angeboten. Informationen dazu und Terminabsprache:  raumbuchungkh@koerberhaus.de

Ausstellungs-Katalog: Sachsentor Buchhandlung (Sachsentor 11), Schutzgebühr 5,- €.

Finanziert von der Finanzbehörde (Andreas Dressel), wurde die Ausstellung wissenschaftlich vorbereitet durch Jaromir Balcar und organisiert durch Lennart Onken und Alyn Sisic von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte (Gedenkstätte KZ Neuengamme). Sie wurde im Frühjahr 2025 im Foyer des Hamburger Rathaus der Öffentlichkeit gezeigt. Weitere Stationen: Hamburger Vertretung in Berlin, Finanzkasse (Altona), fünf Finanzämter und Zollmuseum. Die Ausstellung in Bergedorf bedeutet quasi eine Rückkehr. 2019 hatten Bergedorferinnen und Bergedorfer nach der Vorstellung des Buches "Ausplünderung Bergedorfer Juden und das Finanzamt" (Bernhard Nette) den Finanzsenator Andreas Dressel in einem Offenen Brief aufgefordert: "Bringen Sie eine Ausstellung über die Hamburgische Finanzverwaltung während der NS-Terrorherrschaft auf den Weg."  

 - Eröffnungsveranstaltung: 12. Februar 2025, ab 17:00, Raum 213/14 (2. Stock) des Bezirksamtes im KörberHaus. Mit der Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann, Lennart Onken, Bernhard Nette und den Omas gegen Rechts. Anschließend ein geführter Rundgang durch die Ausstellung.

 - Abschlussveranstaltung (Finissage): Dienstag, 10. März 2025, ab 19:00, Lesung durch Bernhard Nette mit den wissenschaftlich Verantwortlichen Jaromir Balcar und Lennart Onken auf dem Podium. Raum 213/14 (2. Stock) des Bezirksamts im KörberHaus.

Unterstützer: Bezirksamt Bergedorf, KZ Gedenkstätte Neuengamme, AG Gedenken Bergedorf, Omas gegen Rechts, SerrahnEINS e.V., DGB Bergedorf.