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Internationale Literatur im Spiegel ihrer Lesenden

| 1.OG, Raum 104

Zu diesem Termin lesen Sie bitte "Von Norden rollt ein Donner von Markus Thielemann.

Mit Rechtsradikalen im Osten hatte man es in der Literatur der letzten Jahre häufiger zu tun, aber dass der Autor sich nun wachsenden rechten Strömungen in der Lüneburger Heide zuwendet, ist neu.

Der Protagonist Jannes ist ein neunzehnjähriger Schäfer, wortkarg, einsam und zwischen Angst und Wut – Angst, dass der Wolf in die Heide zurückkehrt, und Wut, dass niemand etwas dagegen unternimmt. Es gibt zwar keine Skinheads, aber „Wolfsangeln“, ein nazistisches Symbol, Heimat und Tradition und den „antisemitischen Heidedichter Hermann Löns – das Ganze ist politisch aufgeladen. Und dann wird durch eine gespenstische Begegnung plötzlich die düstere Ortsgeschichte – Bergen-Belsen ist nicht weit – aufgefächert, die ihren langen Schatten in die Gegenwart wirft. Auf einmal merkt der Leser, dass es gar nicht um Wolfspolitik geht, sondern Hass und völkische Ideologie eröffnet eine viel größere Dimension.